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Vom Freizeitvergnügen zum Traumjob - Wenn die Leidenschaft zum Beruf wird!

von Katja 25. Aug 2023 ⏱ 6 min

Viele Reitsportbegeisterte träumen davon, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Die Pferdewirtschaft in Deutschland bietet vielfältige Karrierewege: vom Pferdewirt mit staatlich anerkannter Ausbildung über Reitlehrer und Berufsreiter bis hin zu spezialisierten Berufen wie Hufschmied oder Pferdephysiotherapeut. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Weg vom Hobbyreiter zum Profi sowohl große Chancen als auch erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Die deutsche Pferdewirtschaft beschäftigt laut Branchenverbänden über 400.000 Menschen und erwirtschaftet jährlich etwa 6,7 Milliarden Euro.

Verschiedene Berufe in der Pferdewelt

In der Welt der Pferde existieren zahlreiche Berufe, die sich um das Training, das Wohl und die Gesundheit dieser Tiere drehen.

Job als Berufsreiter

Ein Berufsreiter repräsentiert oft das Talent und das Können eines Pferdes. Sie stellen Pferde von Kunden bei Turnieren vor oder bilden Pferde aus, reiten sie ein und korrigieren eventuell vorhandene Verhaltens- oder Reitprobleme. Der Titel "Berufsreiter" ist dabei rechtlich weit gefasst: Er bezeichnet jeden, der seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit der Pferdeausbildung und dem Reiten verdient. Erfahrene Berufsreiter wissen, dass neben dem reiterlichen Können auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse und eine hohe körperliche Fitness unverzichtbar sind.

Ausbildung zum/r Reitlehrer/in

Ein Reitlehrer widmet sich vorrangig der gezielten Ausbildung und dem Training von Pferd und Reiter als harmonisches Team. Hierbei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um die Vertiefung der Bindung zwischen Reiter und Tier. Auch wenn für diesen Beruf keine formelle Ausbildung vorgeschrieben ist, ist in vielen Institutionen und Reitschulen ein Trainerschein der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) erforderlich. Dieser Schein attestiert dem Reitlehrer nicht nur die notwendige Fachkompetenz, sondern auch eine pädagogische Eignung, um das Wissen verständlich und sicher an Schüler weiterzugeben.

Karriere als Pferdewirt

Der Pferdewirt ist ein klassischer Ausbildungsberuf in der Pferdewelt mit dreijähriger Lehrzeit. Je nach Spezialisierung, sei es "Klassische Reitausbildung", "Pferdehaltung & Service" oder "Pferdezucht", erwerben die Auszubildenden umfangreiche Kenntnisse. Die Ausbildung erfolgt dual in Betrieb und Berufsschule. Viele Absolventen dieser staatlich anerkannten Ausbildung entscheiden sich später dafür, eine Reitschule zu eröffnen, als Reitlehrer tätig zu werden oder den Weg des Berufsreiters zu beschreiten.

Der Beruf als Hufschmied

Der Beruf des Hufschmieds ist von unschätzbarem Wert, da die Pflege und das Beschlagen von Pferdehufen essentiell für die Gesundheit des Tieres sind. Leider ist dies ein aussterbender Beruf, da immer weniger Menschen diesen Handwerksberuf erlernen, obwohl die Nachfrage nach gut ausgebildeten Hufschmieden konstant bleibt. In der Praxis verdient ein selbstständiger Hufschmied zwischen 40.000 und 60.000 Euro jährlich, bei körperlich sehr anspruchsvoller Tätigkeit.

Die Herstellung von passenden Sätteln

Ein Sattler ist ein Experte in der Anpassung und Herstellung von Sätteln. Da jedes Pferd eine einzigartige Anatomie hat, ist es entscheidend, dass der Sattel perfekt passt, um Komfort für Tier und Reiter zu gewährleisten. Erfahrene Sattler absolvieren eine dreijährige Handwerksausbildung und spezialisieren sich oft zusätzlich auf die Pferdesattlerei.

Pferdephysiotherapeuten und Pferdeosteopathen

Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde sind essenziell für ihre Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Pferdephysiotherapeuten und Pferdeosteopathen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Mit ihrem spezialisierten Wissen erkennen und behandeln sie muskuläre Verspannungen, Gelenkprobleme und andere physische Beschwerden. In der Praxis absolvieren angehende Pferdephysiotherapeuten meist eine ein- bis zweijährige Zusatzausbildung nach einer medizinischen oder tiermedizinischen Grundausbildung.

Vor- und Nachteile von Berufen in der Pferdebranche

Die Pferdebranche ist für viele ein Traumfeld, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen können. In der Natur und umgeben von den Tieren zu arbeiten, ist für viele Pferdeliebhaber ein unvergleichlicher Vorteil. Jedoch ist das Leben nicht immer ein Ponyhof und auch bei den Berufen in der Pferdebranche gibt es einige Schattenseiten, welche nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Die körperliche Anstrengung, die oft mit der Arbeit verbunden ist, kann zu dauerhaften Beschwerden führen, besonders wenn man regelmäßig schwere Lasten hebt oder sich nicht korrekt bewegt. Erfahrene Pferdewirte empfehlen daher zusätzliches Krafttraining, um die Muskulatur zu stärken und Schäden zu vermeiden.

Vor allem diejenigen, die einen eigenen Stall betreiben, kennen die Herausforderungen unregelmäßiger Arbeitszeiten. Pferde benötigen 365 Tage im Jahr konstante Pflege, was die Work-Life-Balance oft erschwert. Hinzu kommt, dass Urlaubsvertretung schwer zu finden ist, da die Ersatzperson die Tiere kennen und den Betrieb kompetent führen muss. Wirtschaftliche Unsicherheiten sind in einigen Bereichen der Pferdebranche ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die monatlichen Betriebskosten für einen Reitstall können zwischen 15.000 und 50.000 Euro liegen und schwanken stark je nach Saison und wirtschaftlicher Lage.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das erhöhte Unfallrisiko. Pferde sind große und kraftvolle Tiere mit einem Gewicht von 400 bis 800 Kilogramm. Obwohl sie oft sanft sind, können Unfälle zu ernsthaften Verletzungen führen. Statistisch gesehen ereignen sich jedoch nach wie vor die meisten Unfälle im Haushalt, nicht im beruflichen Umgang mit Pferden.

Unser Fazit

Ein Beruf in der Pferdebranche ist ohne Frage etwas Besonderes und unvergleichlich. Wer die Wahl trifft, dort einen Beruf zu ergreifen, sollte bedenken, dass das Leben auf dem Pferdehof nicht immer rosig ist. In der Praxis zeigt sich, dass erfolgreiche Pferdeprofis neben der fachlichen Kompetenz auch unternehmerisches Denken und hohe Belastbarkeit mitbringen müssen. Jeder sollte für sich abwägen und entscheiden, ob der Pferdesport ein Hobby bleiben soll oder man sich auch vorstellen kann, damit den Lebensunterhalt zu verdienen. Egal, wie die Entscheidung ausfällt, die Leidenschaft für Pferde sollte immer erhalten bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdient man in der Pferdebranche?

Die Gehälter in der Pferdebranche variieren stark je nach Position und Qualifikation. Pferdewirte verdienen als Angestellte zwischen 20.000 und 35.000 Euro jährlich, während selbstständige Reitlehrer und Berufsreiter zwischen 25.000 und 60.000 Euro erzielen können. Spezialisierte Berufe wie Hufschmiede oder Pferdephysiotherapeuten können bei guter Auftragslage auch höhere Einkommen erreichen.

Welche Ausbildung brauche ich für einen Pferdeberuf?

Für die meisten Pferdeberufe ist eine fundierte Ausbildung empfehlenswert. Die dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt ist staatlich anerkannt und bietet verschiedene Fachrichtungen. Reitlehrer benötigen meist einen Trainerschein der FN, während Hufschmiede eine Handwerksausbildung absolvieren. Für therapeutische Berufe wie Pferdephysiotherapie ist oft eine medizinische Vorbildung erforderlich.

Ist die Arbeit mit Pferden gefährlich?

Wie bei allen Arbeiten mit Großtieren besteht ein gewisses Unfallrisiko. Durch professionelle Ausbildung, Sicherheitsausrüstung und den respektvollen Umgang mit den Tieren lässt sich das Risiko jedoch minimieren. Die meisten Pferdeprofis arbeiten jahrzehntelang ohne schwere Verletzungen.

Kann ich als Quereinsteiger in die Pferdebranche wechseln?

Ein Quereinstieg ist möglich, erfordert aber intensive Vorbereitung. Viele Erwachsene absolvieren berufsbegleitende Kurse oder machen eine verkürzte Ausbildung. Wichtig sind fundierte Kenntnisse im Umgang mit Pferden, körperliche Fitness und oft auch betriebswirtschaftliche Grundlagen für die Selbstständigkeit.

Wie sind die Arbeitszeiten in Pferdeberufen?

Pferdeberufe erfordern oft unregelmäßige Arbeitszeiten, da Tiere täglich versorgt werden müssen. Stallarbeiten beginnen meist früh morgens und enden spät abends. An Wochenenden und Feiertagen ist normale Arbeitszeit, da Pferde keine Pause kennen. Urlaub erfordert zuverlässige Vertretung, was die Planung erschweren kann.

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Katja

Mama von zwei Reitkindern

Zweifache Mutter, die seit 8 Jahren Familien beim Einstieg in den Reitsport begleitet.

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